DD-Eisenbahnen

 

Hier finden sie ein paar Dresdner Eisenbahnthemen. Überflüssiges und allgemein Bekanntes läßt sich überspringen, die kleine Übersicht ist zielführend.

Erste Ferneisenbahn in Deutschland Verkehrsmuseum Dresden Bahnbetriebswerk Dresden-Altstadt 
Eisenbahnknoten Dresden S-Bahn Dresden Dresdner Parkeisenbahn
Eisenbahn, Straßenbahn und Obus in Weißig Überlandstraßenbahn im Lockwitztal Bahnen in der Umgebung von Dresden
Aber die Landeshauptstadt ist etwas Besonderes (!?!) und hat noch eine zweite Seite verdient, dort stehen Straßenbahnen und Bergbahnen im Mittelpunkt.

Erste Ferneisenbahn in Deutschland

Anfang April 2014 wird gefeiert: 175 Jahre Ferneisenbahn in Deutschland. Es wurde zwar erst 2010 ein 175-jähriges Eisenbahnjubiläum begangen, aber Nürnberg-Fürth war nur ein Anfang vom richtigen Anfang der Eisenbahn in Deutschland.
  • Bereits ab 20. September 1831 fuhr zwischen Hinsbeck an der Ruhr und Nierenhof eine 7,5 km lange Pferdeeisenbahn der Prinz-Wilhelm-Eisenbahn, die als älteste Eisenbahngesellschaft auf deutschem Boden gilt. 
  • Auch auf der Ludwigs-Eisenbahn waren neben dem Adler ab 7. Dezember 1835 vorrangig Pferde im Einsatz.
  • Die erste ausschließlich dampfbetriebene Eisenbahn fuhr ab 24. April 1837 von Leipzig nach Althen (bei Borsdorf).
  • Am 7. April 1839 war die erste deutsche Ferneisenbahn von Leipzig nach Dresden komplett.
Leipzig-Althen war auch der erste in Betrieb genommene Abschnitt der Ferneisenbahn Leipzig-Dresden. 

Die Leipzig-Dresdner Eisenbahn-Compagnie hatte dann auch gleich einige anspruchsvolle Aufgaben zu lösen. Die 116 km lange Ferneisenbahn besaß zwei große Strombrücken über Mulde (384 m) und Elbe (342 m) sowie Brücken über die Überflutungsgebiete der Döllnitz (406 m) und der Elbe bei Röderau (651 m). Freiberger Bergleute mußten auch einen Tunnel bei Oberau (513 m) errichten.

Auf der DDR-Briefmarkenserie, die anläßlich des 150. Jubiläums der ersten deutschen Ferneisenbahn herausgegeben wurde, ist neben dem Dresdner Bahnhof in Leipzig (heute Ostteil des Hauptbahnhofes), dem Leipziger Bahnhof in Dresden (ab 1901 genutzt als Güterbahnhof Dresden-Neustadt) das Porträt des genialen Eisenbahnpioniers Friedrich List (1789-1846) abgebildet. 

Im Mittelpunkt seiner 1833 veröffentlichten Pläne für ein deutsches Eisenbahnsystem stand der Knoten Leipzig und die Ferneisenbahn Leipzig-Dresden: Über ein sächsisches Eisenbahn-System als Grundlage eines allgemeinen deutschen Eisenbahn-Systems und insbesondere über die Anlegung einer Eisenbahn von Leipzig nach Dresden.

1838 entstand in der Maschinenbauanstalt Übigau bei Dresden nach Plänen von Johann Andreas Schubert die erste funktionstüchtige in Deutschland gebaute Dampflokomotive SAXONIA.

Aber den Eröffnungszug durfte diese Lokomotive nicht ziehen, zu groß waren das Monopol und der Einfluß der Engländer. Also zogen englische Lokomotiven den Eröffnungszug am 7. April 1839. Der Vogtländer Schubert fuhr mit der sächsischen SAXONIA hinterher. Auch heute bekommt nicht immer der mit lokalem Bezug die Aufträge, selbst wenn er gut ist…

Quelle: Verkehrsarchiv Nürnberg

1988/89 entstand anläßlich der 150-Jahr-Feier der ersten deutschen Ferneisenbahn in gemeinsamer Arbeit des VEB Dampfkesselbau Übigau, verschiedener Bahnbetriebswerke und des Raw Halle, ein Nachbau der SAXONIA. Sie durfte im April 1989 die große Fahrzeugparade der DR bei Riesa anführen.

Zur Zeit steht sie im Verkehrsmuseum Dresden und kann dort bewundert werden. Vielleicht sehen wir sie zum Jubiläum im April 2014 wieder unter Dampf, denn die Lokomotive ist weiterhin betriebsbereit.


5 Mark Münze von 1988
Rand der Münze: glatt mit Inschrift "LEIPZIG-DRESDEN 1839"

Verkehrsmuseum Dresden

Das Verkehrsmuseum Dresden im Johanneum am Neumarkt wurde 1956 eröffnet. Die Anfänge gehen zurück auf das Jahr 1952 und eine Initiative der Hochschule für Verkehrswesen Dresden. Seit 1958 gehörte das Museum zum Ministerium für Verkehrswesen der DDR.
Es zeigt fünf Standardausstellungen zu den Bereichen Eisenbahn , Straßenverkehr , Schifffahrt , Luft-Reise und städtischer Nahverkehr .
Der begrenzte Platz führt dazu, daß viele Exponate in andere Einrichtungen ausgelagert sind und dort von Vereinen betreut werden. Beispielhaft sind hier genannt:
Aber auch fahrbereite Fahrzeuge gehören zum Bestand des Verkehrsmuseums Dresden. So gibt es langfristige Pflege- und Nutzungsverträge, die z. B. den Einsatz des Schmalspurtriebwagens VT 137 322 auf sächsischen Schmalspurstrecken zulassen.

Veranstaltungshöhepunkte sind die seltenen Fahrtage auf der 325 qm großen Spur 0/0m-Anlage, auf der ehemalige Messemodelle und Spezialanfertigungen unterwegs sind. Die Anlage existiert seit über 50 Jahren, in der jetzigen Größe etwa seit 1970. 1996 wurde sie grundlegend modernisiert. 

Seit 2005 wird auch eine Straßenbahnanlage in Spur 0 gezeigt, die zwischen 1950 und 1982 von einem Dresdner Modellbauer geschaffen wurde.

Jubiläumsausstellung "Deutschland wird mobil - 175 Jahre Leipzig-Dresdner-Eisenbahn"

Auch im Verkehrsmuseum Dresden spürt man schon das bevorstehende Jubiläum der Leipzig-Dresdner-Eisenbahn. Bis 2014 ist hier neben der sä. IV K die SAXONIA ausgestellt und vom 8. April bis 28. September 2014 wird die Jubiläumsausstellung "Deutschland wird mobil - 175 Jahre Leipzig-Dresdner-Eisenbahn" gezeigt.

Festwoche vom 7. bis 13. April 2014

Die DB und viele weitere Organisatoren veranstalten eine Festwoche vom 7. bis 13. April 2014, deren Abschluß das 6. Dresdner Dampfloktreffen bildet.


Vitrinenmodell der sä. I K 

Nicht nur im Eisenbahnmuseum und im Depot des Verkehrsmuseums am Bw Dresden-Altstadt (Sonderöffnungszeiten!) gibt es Eisenbahnen zu sehen, auch in der Dresdner Innenstadt. Die sä. I K #54 stand auch schon auf dem Neumarkt vor dem Johanneum, Fahrtrichtung Frauenkirche. Während des 15. Dampfschifffestes 2013 stand sie auf dem Terrassenufer und machte Werbung für die Dampfbahnroute. 

Bahnbetriebswerk Dresden-Altstadt

Das Bw Dresden-Altstadt ist ein sehr lebendiges Bahnbetriebswerk. Besonders beliebt sind Großveranstaltungen wie das jährliche Dresdner Dampfloktreffen.

Gastlokomotiven sind in Dresden-Altstadt immer wieder gern gesehen, hier 23 1019 vom Lausitzer Dampflok Club. Es passiert schon mal, daß sich auf der Zwickauer Straße Schlangen bilden. Es geht nicht um Südfrüchte, sondern um Eintrittskarten…
Bei Lokparaden ist die Südwest-Seite der Nossener Brücke immer gut besetzt, von dort hat man einen direkten Blick auf die Drehscheibe und den Lokschuppen mit seinen acht Ständen. Das Bahnbetriebswerk liegt unmittelbar an der Strecke Dresden-Chemnitz-Zwickau. Im Hintergrund nähern sich zwei Wackeldackel, der Sachsen-Franken-Expreß.

Manchmal beehren auch Dresdner Majestäten das Eisenbahnmuseum Bw Dresden-Altstadt mit ihrem Besuch, wie hier beim 5. Dresdner Dampfloktreffen und dem Andampfen der Dampfbahnroute 2013. Das war eine spektakuläre Ansammlung von Hüten!

Ich habe mich über die geputzten Loks im Eisenbahnmuseum gefreut. Ob die Majestäten mit ihren Federn da mitgewirkt haben?

Immer wieder sind auch schwarze Ladies zu Gast. 2010 stand die zeitweilig  in Chemnitz beheimatete 65 1049-9 noch unter Dampf, seit September 2011 ist sie in Arnstadt abgestellt. 

Keine Lok- sondern eine Hutparade auf der Drehscheibe! Im Vordergrund  Mademoiselle Blü-Té und Madam So-Fá.

Szenen der Ruhe und Entspannung: 65 1049-9 und ihr Chemnitzer Personal haben Pause und warten auf den nächsten Einsatz.

Das Eisenbahnmuseum Bw Dresden-Altstadt besitzt leider keine eigene betriebsfähige Dampflok. Zur Zeit beschäftigt sich die Interessengemeinschaft Bw Dresden-Altstadt e.V. mit der Aufarbeitung der 89 6009, einer preußischen T3 Baujahr 1902. 

Auf dem Gelände des Bw Dresden-Altstadt befindet sich in weiteren Lokschuppen ein Depot des Verkehrsmuseums Dresden. Nicht nur Lokomotiven und Wagen, auch Fahrzeuge der Bergbahnen, PKW und LKW sind hier zu besichtigen (Sonderöffnungszeiten!).   

Während der Großveranstaltungen im Bw Dresden-Altstadt werden immer wieder interessante Sonderfahrten mit den anwesenden Gastlokomotiven angeboten. Besonders spektakulär sind die Fahrten über die Steilstrecke zwischen Tharandt und Klingenberg-Colmnitz sowie die teilweise als Parallelfahrten durchgeführten Sonderzüge im Dresdner Elbtal.

E 77 10, seit 1979 betriebsfähige Museumslok ist seit Oktober 2012 zur Aufarbeitung im Dampflokwerk Meiningen. Vielleicht sehen wir sie im Jubiläumsjahr 2014 wieder auf Dresdner Gleisen fahren.

Loks zum Anfassen gibt es beim 6. Dresdner Dampfloktreffen vom 11. bis 13. April 2014 auf dem Gelände des kleinen Bw Dresden-Altstadt und in den Depots des Verkehrsmuseums Dresden zur Genüge. 

Als Abschluß der Festwoche vom 7. bis 13. April 2014 zum 175-jährigen Jubiläum der Leipzig-Dresdner-Eisenbahn organisiert das Eisenbahnmuseum Bw Dresden-Altstadt auch wieder spektakuläre Sonderfahrten nach Riesa und Děčín.

Das gibt wieder viel Qualm über den Schienen in und um Dresden.



Eisenbahnknoten Dresden


Quelle: Verlag Bild und Heimat
Der Eisenbahnverkehr in Dresden entwickelte sich mit der Inbetriebnahme weiterer Eisenbahnstrecken. 
  • 1847 Dresden (Schlesischer Bahnhof) - Görlitz 
  • 1848 Dresden (Leipziger Bahnhof) - Berlin über Jüterbog 
  • 1848 Dresden (Böhmischer Bahnhof) - Pirna (1851 bis Bodenbach) 

Spätestens jetzt, nachdem die Eisenbahn auch auf der Altstädter Elbseite vorhanden war, mußte eine Lösung für eine Elbquerung gefunden werden. 

Im ehemaligen Flußbett der nach Cotta umgeleiteten Weißeritz entstand eine höhergelegte Verbindungsbahn zwischen den drei Bahnhöfen. Im Bereich der alten Weißeritzmündung wurde bis 1852 die Marienbrücke als kombinierte Eisenbahn-/Straßenbrücke gebaut. Erst seit 1901 gab es eine zweite Marienbrücke nur für die Eisenbahn.

1855 eröffnete die Albertsbahn die Strecke Dresden (Albertbahnhof) - Tharandt. Vorrangiger Zweck war die Versorgung Dresdens mit Kohle aus dem Plauenschen Grund. Diesem Zweck diente auch die am 2. April 1856 eröffnete Elbzweigbahn vom Albertbahnhof (ab 1868 Bahnhof Dresden-Altstadt/Kohlebahnhof) zum Elbufer, die später als DWK-Linie bezeichnet wurde.

Zwischen den Marienbrücken entdeckt man auf der Altstädter Seite unter zwei Brückenbögen Gleisreste.


Zug der S2 überquert die Reste der DWP-Linie, im Hintergrund die Yenidze

Es handelt sich dabei um die stillgelegte und größtenteils abgebaute DWP-Linie (Elbzweigbahnen in Dresden-Altstadt, Streckenast zum Packhof). Am 1. März 1859 wurde diese ca. 800 m lange Strecke eröffnet, die am Kilometer 3,08 von der DWK-Linie abzweigt. Mit dem Bau des Staatlichen Fernheiz- und Elektrizitätswerkes (1900) und des Erlweinspeichers (1914) auf dem Packhofgelände gab es einen starken Anschlußverkehr. Durch die Bombardierung und Zerstörung der Gebäude auf dem Gelände des Packhofes wurde die Anschlußbahn praktisch bedeutungslos.

Vervollständigt wurde der Eisenbahnknoten Dresden mit diversen Verbindungsbahnen zwischen den Bahnhöfen und den Strecken 

  • 1869 Dresden (Böhmischer Bahnhof) - Werdau

  • 1875 Dresden (Berliner Bahnhof, ab 1894 Böhmischer Bahnhof) - Berlin über Coswig und Elsterwerda

1898 wurde der Böhmische Bahnhof durch den neuen Dresdner Hauptbahnhof ersetzt, eine Kombination von Insel- und Kopfbahnhof auf zwei Ebenen.

1901 ersetzte der Bahnhof Dresden-Neustadt den Leipziger und den Schlesischen Bahnhof.

Damit war der Eisenbahnknoten Dresden in seiner jetzigen Form komplett.

Nur etwas mehr als 5 Jahre hat der Bau des neuen Hauptbahnhofs vor 115 Jahren gedauert, heute dauert der Umbau und die Modernisierung ein Vielfaches!

Jeder kann den alten Zeitungsartikel von 1990/91 (Quelle: Freie Presse) selbst bewerten. Nur soviel: Ob heute wirklich täglich 2000 Züge den Bahnhof frequentieren? Bei dem Kahlschlag der Bahn? Der Innenausbau des Empfangsgebäudes sollte bis 1996 abgeschlossen sein. Vor ein paar Wochen erst bin ich durch Shopping-Baustellen zum Bahnsteig gelaufen...

Auch die wohlklingenden Worte, die der Börsengänger Herr M. von der Bahn 2006 bei der Eröffnung des "lichtdurchfluteten Bahnhofs" tönte, sind Makulatur. In meinem Kommentar vom 11. November 2006 (siehe Archiv) habe ich mich über die Dauer der geplanten Bauarbeiten bis 2011 amüsiert, aber es kam schlimmer: Der Neubau der Bahnsteige in der Mittelhalle wird wohl noch bis 20.. warten müssen. 

Und ob man dann fertig ist, weiß niemand. Ein Blick nach oben zum Teflondach macht nachdenklich. Vielleicht droht ein ähnliches Debakel wie bei dem Protzbau in Berlin. Dort redet man von massiven baulichen Mängeln, drohenden monatelangen Sperrungen und 25 Millionen Euro zur Sanierung des Daches... 

"Dresden - Leipzig ab 2016 in 47 Minuten" so heißen die aktuellen Schlagzeilen. Auf dieser Relation (ICE-Linie 50) verkehren ICE-T. Aktuell läuft der Ausbau des Abschnittes von Dresden-Neustadt nach Coswig.

Der ICE-Verkehr von Dresden nach Nürnberg über Chemnitz mit ICE-TD wurde 2003 wegen technischer Probleme eingestellt. Diese von der Bahn sträflich vernachlässigte Strecke dümpelt mit Regionalverkehrsangeboten vor sich hin...

ICE-T trifft sächsische Schmalspurbahn - nicht ungewöhnlich in Radebeul Ost (2012) Radebeul Ost am 1. Juni 2013, das Juni-Hochwasser fällt gerade vom grauen Himmel. Links Bahnsteig und Streckengleis der Lößnitzgrundbahn, in der Mitte der neue noch gleislose S-Bahnsteig, rechts die Ausbaustrecke mit dem provisorischen S-Bahnsteig.
Auf der noch nicht durchgängig ausgebauten Strecke von Berlin nach Dresden verkehren eine Reihe von Eurocity. Diese wichtige internationale Verbindung von der Ostsee Richtung Süd-/Südosteuropa (mit Zielen wie Prag, Budapest, Wien, Bratislava) verläuft weiter durch das Elbtal. Es ist die traditionelle Strecke, auf der ab 1957 die "Vindobona"-Schnelltriebwagen zwischen Berlin-Ostbahnhof und Wien fuhren.

Für die DR und die ČSD entwickelten Škoda Plzeň und LEW Hennigsdorf gemeinsam die elektrische Zweisystemlokomotive der BR 230 (DR) bzw. BR 372 (ČSD) für den grenzüberschreitenden Verkehr zwischen der DDR, der VR Polen und der ČSSR. Sechs Lokomotiven wurden von der ČD für Geschwindigkeiten bis 160 km/h (BR 371) umgebaut. Ab Dresden-Hauptbahnhof übernehmen in der Regel diese Lokomotiven der ČD die Züge bis Prag.

Auch  Dreisystemloks der ÖBB BR 1216.2 kamen schon zwischen Břeclav und Dresden zum Einsatz.

Zwei Knödelpressen warten auf ihren Einsatz: #371 001-9 "Lucka" und #371 004-3 "Otik" (2010)

In Königstein/Sachsen unmittelbar am Elbufer findet man die Miniatur-Elbtalbahn. Im Maßstab 1:87 kann man hier das Elbtal zwischen Obervogelgesang und Bad Schandau erleben. Da fährt auch so wie zwischen 1962 und 1964 der österreichische "Blaue Blitz" als "Vindobona" die Elbe entlang. Oder es kommt ein SVT 18.16 um die Kurve - wenn die DDR für den Fahrzeugeinsatz verantwortlich ist.

S-Bahn Dresden

Die S-Bahn Dresden feiert im Herbst 2013 ihren 40. Geburtstag. Auf Dresdner Vortortbahnstrecken wurde am 29. September 1973 ein S-Bahn-Tarif eingeführt, schrittweise wurde danach der Stadt- und Vorortverkehr ausgebaut und elektrifiziert. Heute betreibt die S-Bahn Dresden drei Strecken mit insgesamt 127,7 km und gehört zum VVO Verkehrsverbund Oberelbe.

In dem Zeitungsartikel von 1990/91 liest man: "…bis zur Jahrtausendwende entsteht S-Bahn-Tunnel… …soll nach den Plänen der Bahn künftig der Fernverkehr vom Nahverkehrsnetz getrennt werden… … Unter anderem sei geplant, unter dem Wiener Platz einen Tunnelbahnhof für die S-Bahn zu bauen…" usw..

Das "Tunnelblümchen" gehört in die Kategorie der verwelkten blühenden Landschaften. Gebaut wurde bei der S-Bahn trotzdem, sie besitzt seit 2004 zwischen Dresden-Neustadt und Pirna zwei eigene Gleise und die Linien S1 und S2 verkehren im Wechsel , viermal in der Stunde. Auch auf dem Abschnitt von Dresden-Neustadt nach Coswig erhält die S-Bahn zwei eigene Gleise, modernisierte Haltepunkte und den neuen Haltepunkt Dresden Bischofsplatz. Gebaut wird auf der S1 aber noch sehr lange, bis 2016? Vielleicht ist da die S-Bahn fertig, denn zum Glück kommt im Namen "S-Bahn Dresden" die Silbe BER nicht vor...

  • S1 Meißen-Triebischtal - Bad Schandau (- Schöna)
  • S2 Dresden-Flughafen - Pirna
  • S3 Dresden-Hauptbahnhof - Tharandt (- Freiberg)
S3 nach Tharandt im Dresdner Hauptbahnhof (2013)
im Vordergrund RE50 Dresden-Leipzig (BR 442) 
S1 in Radebeul Ost vor Beginn der Bauarbeiten (2009) S1 auf der Marienbrücke über die Elbe (2013)
S2 in der Ausfahrt Dresden Hauptbahnhof (2013) S1 in Königstein (2009)

Dresdner Parkeisenbahn

Ab 1930 wurde während großer Ausstellungen eine Liliputbahn (Spurweite 15" bzw. 381 mm) zwischen dem Ausstellungsgelände und dem Großen Garten aufgebaut und betrieben. 

Am 1. Juni 1950, dem Internationalen Tag des Kindes, weihten die Dresdner Verkehrsbetriebe eine 1,3 km lange "Kindereisenbahn" ein, die aber nur kurze Zeit fuhr. Das Material dafür wurde in einem Kamenzer Steinbruch wiedergefunden. Aber schon ein Jahr später entstand die Liliputbahn im Großen Garten wieder, diesmal war ein ständiger Betrieb als Lehrbahn für Pioniere geplant. Die jetzt "Pioniereisenbahn" genannte Bahn beförderte bereits im ersten Jahr 295.000 Personen auf der auf 5,6 km erweiterten Strecke mit fünf Bahnhöfen. Für den Betrieb sorgten im Wesentlichen Kinder und Jugendliche. 

Schon 1963 wurde die 0,5-Millionen-Grenze bei den Fahrgastzahlen geknackt. 1962 und 1982 kamen folgerichtig je eine Elektro-Akku-Lok und im Zeitraum von 1960 bis 1982 insgesamt 29 Personenwagen hinzu. 

1990 wurde die Pioniereisenbahn in "Dresdner Parkeisenbahn" umbenannt. Sie gehört jetzt dem Freistaat Sachsen und ist den Schlössern und Gärten Dresden unterstellt. Eine Veränderung der Streckenführung im Jahr 2000 am Straßburger Platz ist dem neuen innerstädtischen Gewerbegebiet geschuldet.

Die Parkeisenbahner haben ein eigenes Maskottchen - Parkolino, das Eichhörnchen

Wieso ein Eichhörnchen?

Wenn man in den Großen Garten geht, sollte man immer Nüsse dabei haben!

Übrigens: In Chemnitz heißt das Maskottchen Klaus, die Parkbahnmaus.

60 Jahre Dresdner Parkeisenbahn
Noch lange nicht zu Ende ist die Ära der Liliputlokomotiven von Krauss & Co München. Alle drei 85-jährigen (die beiden Dresdner Stammloks 001 und 003 sowie der gern gesehene Gast aus Leipzig, die 03 002) waren während der Festwoche  vom 1. bis zum 6. Juni 2010 im Großen Garten zu sehen und beförderten gemeinsam mit den beiden Elektrospeicherlokomotiven viele Besucher. 


Lok 001 "Lisa" geschmückt als Jubilarin (Sommer 2010)


Die Leipzigerin 03 002 eilt auch durch den Großen Garten (Sommer 2010)

Liliputdampflokomotiven
Im Maßstab 1:33,3 und für die Liliput-Spurweite von 381 mm wurden die drei 1925 gebaut (Fabriknummer 8351 bis 8353). Es handelt sich um Lokomotiven der Bauart 2'C1' h2 mit einem vierachsigen Schlepptender. Es gibt in Europa noch weitere Lokomotiven gleicher Bauart, allerdings sind diese jünger (Baujahr 1928 bzw. 1950)


Lok 001 "Lisa" an der Station Palaisteich (Frühjahr 2008)


Anfahrt der Lok 003 "Moritz" (Frühjahr 2009)
Elektrospeicherlokomotiven der Dresdner Parkeisenbahn
EA 01 (Bo'Bo') Baujahr 1962
LüP 7000 mm, 18 kW
EA 02 (1A'1A'+1A'1A') Baujahr 1982
LüP 10400 mm, 34 kW

Typisches Design der Sechziger:
EA 01 mit großen "Augen" am Bahnhof Carolateich.

Das sieht nicht nach Liliput aus! Aber der Vergleich mit dem Andreaskreuz macht die optische Täuschung deutlich.

Eisenbahn, Straßenbahn und Obus in Weißig

Die Bewohner des Schönfelder Hochlandes forderten einen Anschluß an das sächsische Eisenbahnnetz. Seit 1893 wurden verschiedenste Projekte vorangetrieben, schließlich kam es Ende Juni 1908 zur Verlängerung der Straßenbahnlinie 11 zwischen Bühlau und Weißig und zur Eröffnung der 14,7 km langen normalspurigen Hochlandbahn von Weißig nach Dürrröhrsdorf. Dort bestand Anschluß an die Strecke Pirna-Arnsdorf (eröffnet 1875). Gleichzeitig wurde diese Sekundärbahn als Verlängerung der Strecke Neustadt-Dürrröhrsdorf (eröffnet 1877) betrachtet. Daraus erklärt sich auch die sächsische Streckenbezeichnung NWg.

Schäden auf wichtigeren Straßenbahnlinien der Stadt Dresden führten am 19. Februar 1949 zur Stillegung und zum Abbau der Straßenbahngleise zwischen Bühlau und Weißig. Damit verlor auch die Hochlandbahn ihre "Anbindung" an Dresden und es kam am 23. April 1951 zur Betriebseinstellung und anschließender Demontage der Gleise. 

Heute bedanken sich die Radfahrer für die Stillegung.

Wer gedacht hat, damit erschöpfen sich die Weißiger Transportgeschichten sieht sich getäuscht. Die Oberleitung der Straßenbahn wurde umgebaut und für einen Obusverkehr nach Weißig genutzt (ab 1. November 1949 als Linie C, ab 1964 als Linie 61).

1966 gab es einen durchgängigen Obusverkehr zwischen Löbtau und Weißig. 1971 wurde der Obusverkehr in Weißig eingestellt und es fuhren Busse.

Eröffnungsfahrt nach Weißig, Obus vom Typ NII, Henschel, Baujahr 1947

Foto: Landeshauptstadt Dresden, Archiv Ortschaft Schönfeld-Weißig
letzte Fahrt nach Weißig, Obus vom Typ 9Tr, Škoda, Baujahr 1968

Foto: Landeshauptstadt Dresden, Archiv Ortschaft Schönfeld-Weißig

Die Buslinie 61 Löbtau-Weißig ist eine der am stärksten frequentierten Linien. Man spricht sogar von Überlastung. So ist es nicht verwunderlich, daß das DVB-Projekt "Stadtbahn Dresden 2020" an beiden Enden dieser Linie den Neubau von Straßenbahnstrecken vorsieht. 

Es könnte also "bald" wieder die Straßenbahn der Linie 11 auch zwischen Ullersdorfer Platz und dem Gewerbegebiet Weißig unterwegs sein. 

Der Link zur Maßnahme 3 des DVB-Projektes steckt rechts hinter der Karte.

Überlandstraßenbahn im Lockwitztal

Am 3. März 1906 wurde eine 9,15 km lange meterspurige elektrische Überlandstraßenbahn vom Bahnhof Niedersedlitz über Lockwitz nach Kreischa in Betrieb genommen. Bereits seit 1898 wurde von der Dresdner Vortortsbahn eine meterspurige Strecke von Niedersedlitz nach Laubegast  betrieben. 1906 folgte noch die Strecke von Niedersedlitz nach Kleinzschachwitz. In Niedersedlitz gab es also einen Verkehrsknoten der meterspurigen Straßenbahnen.

Der Betriebshof der Lockwitztalbahn wurde in Kreischa errichtet. Auf dem Foto links (April 1968) verläßt der Triebwagen 506 gebaut 1906 von Busch/AEG das Depot über die Dreiwegeweiche. Diese Weiche ist jetzt mit einer Lichtinstallation im Straßenbahnmuseum Dresden zu sehen.

Die Bahn erlebte einen sehr starken Zuspruch, auch durch den Ausflugsverkehr. Die Strecke führte sehr kurvenreich durch das romantische Tal des Lockwitzbaches vorbei an Mühlen, Steinbrüchen und Obstwiesen. Es gab auch Güterverkehr, wesentlich umfangreicher war die Postbeförderung (bis 1960). 1941 kam die Lockwitztalbahn zur Dresdner Straßenbahn und fuhr fortan als Linie 31. In den siebziger Jahren untersuchte man die Alternativen Modernisierung, Umspurung oder Stillegung. Schließlich fuhr die Lockwitztalbahn am 18. Dezember 1977 zum letzten Mal nach Kreischa.

Was ist geblieben von der Lockwitztalbahn? Na ja, die Weiche, das hatten wir gerade. Aber Fahrzeuge?

1968 war der Fahrzeugpark noch einmal verjüngt worden. U. a. wurden acht Triebwagen aus Erfurt (Hersteller Gotha/AEG, Baujahre 1938/42) in Dresden modernisiert und zur Lockwitztalbahn umgesetzt. Diese Triebwagen kamen 1977 nach Brandenburg und zur Kirnitzschtalbahn. 

Zwei Fahrzeuge kehrten 1993 bzw. 1995 noch einmal nach Kreischa zurück. Zwischen Hummelmühle und Kreischa sollte ein Museumsbetrieb eingerichtet werden, was leider nicht gelang. 2007 wurden die Fahrzeuge, die einige Jahre nur provisorisch untergestellt waren, wieder abtransportiert. 240 005-8, ex 854, kam in das Straßenbahnmuseum Dresden, 240 004-1 (in den Farben der Kirnitzschtalbahn), ex 853, ging nach Erfurt.
Foto links: Volkmar Döring

Die Kirnitzschtalbahn ist heute die Heimat zweier ehemaliger Lockwitzer. Der ehemalige Triebwagen 240 008-2 aus dem Jahr 1938 wurde ab 1979 auf der Strecke zum Lichtenhainer Wasserfall als Triebwagen 8 betrieben und ist heute ein Museumswagen. 

Ein besonderes Fahrzeug ist der mit einachsigen Lenkachsen ausgerüstete Triebwagen 240 101-8 (ex 508 II) von Busch/Siemens aus dem Jahr 1926. Er wurde 1979 aufgearbeitet und ist seit 1980 als Triebwagen 9 in den originalen Farben, mit den Aufschriften "Lockwitztalbahn" und "Niedersedlitz-Lockwitz-Kreischa" als Linie 31 im Kirnitzschtal unterwegs, manche Touristen werden etwas verwirrt…


Die Wagen 8 und 9 (vom Letzterem nur Details) habe ich 2010 nur in der Wagenhalle der Kirnitzschtalbahn fotografieren können. Kurz zuvor hatte das August-Hochwasser alle Fahrzeuge beschädigt. Achslager und Motoren waren voll Wasser und wurden zu dem Zeitpunkt getrocknet. So ergab sich ein ungewöhnlicher Blick in den Fahrgastraum des historischen Triebwagen 9...

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, es gibt noch ein drittes betriebsfähiges Fahrzeug der Lockwitztalbahn bei den Halleschen Straßenbahnfreunden (240 006-6, ex 855).

Bahnen in der Umgebung von Dresden

In der näheren Umgebung von Dresden (Elbtal, Sächsische Schweiz, Osterzgebirge) gibt es eine ganze Reihe Eisenbahnen, zu denen sich ein Ausflug lohnt. Sie sind auf dieser Seite nur kurz erwähnt. 

Feldbahnmuseum Herrenleite
Kirnitzschtalbahn
Lößnitzgrundbahn
Müglitztalbahn SB 72
Sächsisch-Böhmische S........bahn SB 71 (**)
Schwarzbachbahn
Weißeritztalbahn
Windbergbahn

(**) Insider wissen, warum hier gepunktet ist!

Hier finden sie ein paar Dresdner Eisenbahnthemen. Überflüssiges und allgemein Bekanntes läßt sich überspringen, die kleine Übersicht ist zielführend.

Erste Ferneisenbahn in Deutschland Verkehrsmuseum Dresden Bahnbetriebswerk Dresden-Altstadt 
Eisenbahnknoten Dresden S-Bahn Dresden Dresdner Parkeisenbahn
Eisenbahn, Straßenbahn und Obus in Weißig Überlandstraßenbahn im Lockwitztal Bahnen in der Umgebung von Dresden

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letzte Änderung: 20.09.1319.03.17