125 Gottardo

 

M D C C C L X X X I I

steht über dem Nordportal des Gotthardtunnel. Das heißt, der Tunnel feiert dieses Jahr seinen 125. Geburtstag! 

Am 1. Januar 1882 begann der Eisenbahnbetrieb durch den Tunnel unter dem Gemsstock zwischen Göschenen und Airola, auch heute noch eine der wichtigsten europäischen Transitachsen.

Wer von Andermatt zum Gotthardtunnel möchte, muß erst einmal hinab, durch die wilde Schöllenenschlucht, vorbei an den drei Teufelsbrücken für den Zug, die alte und die neue Straße.

Wenn der Zug der Matterhorn-Gotthard-Bahn dann die Schlucht verläßt und die Reuß überquert, hat man einen schönen Blick auf den Bahnhof Göschenen, die im Tunnel verschwindenden Gleise der Nordrampe und...

...zumindest in diesem Sommer auf das Festspielgelände der Freilichtspiele "D'Gotthardbahn" auf der Aufschüttung aus Tunnelausbruchmaterial.

Zur Premiere dieses Stückes von Paul Steinmann unter der Regie des Schwyzers Stefan Camenzind am 6. Juli 2007 kam ein Teil der Zuschauer und Ehrengäste mit dem historischen TEE der SBB.

Diese Freilichtaufführung vor der herrlichen Kulisse der Alpen mit den von Menschen in den letzten Jahrhunderten hineingebauten Verkehrswegen ist spektakulär und sehenswert, nicht nur wegen der mitspielenden Dampflok vom Verein der Dampflokfreunde Langenthal (Lok 2 der Solothurn-Münster-Bahn, Baureihe Ed 3/4, Baujahr 1907).

 In drei Teilen 

- Sommer 1875 mit dem blutig niedergeschlagenem Streik der unter unmenschlichen Bedingungen arbeitenden und lebenden italienischen Mineure,

- Sommer 1879 u. a. mit dem Tod des Erbauers des Gotthardtunnel Louis Favre, 

- Winter 1879/1880 mit dem Durchbruch des Tunnels zur Fastnacht am 29. Februar 1880

entsteht ein Zeitgemälde, in dem auch die Liebe, das durch den Bau veränderte Leben der Göschener und ihrer "Gäste" und der Enthusiasmus der Ingenieure nicht zu kurz kommen.

In welchem Theaterstück spielen Dampflok, Draisine und ein echtes viermonatiges Kind mit?

Im Rollstuhl liegt Großmutter Tresch, in ihrer ehemaligen Stube sind italienische Mineure in die Betten gestapelt. Lebendig wird die Alte immer, wenn sie sich an die feschen Italiener in ihrer Jugend erinnert... Immer im Mittelpunkt: das Büro der Ingenieure und die Kantine
Die fünfspännige "Gotthardposcht" fährt noch, ihre Tage sind gezählt.
Louis Favre, einer der beiden "Väter" des Tunnel
geboren am 26. Januar 1826 
Zimmergeselle
Ingenieur durch Selbststudium
gestorben im Tunnel am 19. Juli 1879

Beeindruckt hat auch die volkstümliche mitreißende Musik des Rafael Baier (Aargau). Seine Musikanten und die tolle Stimme der Zigeunerin Amalia mit ihren melancholischen osteuropäischen Melodien waren ein besonderer Genuß. 

Ob Amalia auch für Vorhersagen bzgl. des neuen Gotthard-Basistunnel zuständig ist? 
Die Chefetage von AlpTransit AG sollte Amalia einmal einladen!

Noch drei Tips zum Gotthard:

Es gibt ihn, den Wanderweg längs der Gotthardstrecke!
Am 8. und 9. September 2007:
Große Erlebnisausstellung in Erstfeld und Biasca.

ALPENQUEREN - teuflisch spannende Geschichte im Verkehrshaus

Es gibt übrigens eine Lok der SBB, Re 460 080, die für diese Ausstellung Reklame fährt. Leider war mein Fotoapparat beim Zusammentreffen mit der Lok zu langsam...

Aber es kam Hilfe von Marketing Kommunikation der SBB und den Industriewerkstätten der SBB in Yverdon-les-Bains (Ateliers Industriels CFF d'Yverdon-les-Bains), mir wurde das nebenstehende Bild der Werbelok "Alpenqueren" zur Verfügung gestellt. 


Re 460 080-5 wurde am 2. April 2007 fotografiert.

 



letzte Änderung:  28.08.200725.04.17

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